Die Kehrtwenden des Christoph Blocher

Natürlich spricht Blocher von einer geraden Linie. Doch das wüste Hüst und Hott der Partei von Blocher’s Gnaden (aka SVP) in Sachen Frankenstärke und Nationalbank kann nur in einem Paralleluniversum mit einer grundsätzlich andern als der euklidischen Geometrie als gerade bezeichnet werden:

Blocher hat mit seinem Kumpel Ebner in den 80er und 90er Jahren fröhlich im Finanzkasino mitgemischelt. Blocher war eine zeitlang sogar UBS Verwaltungsrat.

2009, Finanzkrise: Zusammen mit Hayek (Swatch), Levrat (SP Präsident) stellt sich Blocher vor die Medien und fordert strengere Eigenkapitalvorschriften und damit den damals einsamen Rufer in der Wüste, Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand

Anfangs 2011 setzt eine wüste Kritik gegen ebendiesen Philipp Hildebrand ein wegen “Verschwendung von Volksvermögen“. Blocher “Ich war immer gegen diese Interventionen“. Die Kritik schwächt die SNB, weil die in der Regierung vertretene SVP gegen die eigene Nationalbank vorgeht.

Seit ein paar Tagen nun hat sich der Wind wieder gedreht: Ab sofort stehen Blocher und seine Hörigen wieder hinter der Nationalbank und sind für eine Intervention in den Finanzmärkten. Begründet wird der abermalige Schwenker mit der sich drastisch verschärften Situation. Als sei dieses Szenario nicht schon länger klar gewesen. Dabei war jedem Beobachter seit letztem Jahr klar, dass vor dem Hintergrund der Euro-Krise die Aufwertung des Schweizer Franken unvermeidlich.

Das populistische Larifari von Blocher zeigt: Er ist bereits in einer andern geometrischen Dimension angelangt. Mit der gelebten, aktuellen Wirklichkeit hier in der Schweiz hat seine Welt wenig gemeinsam.

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2 Antworten auf Die Kehrtwenden des Christoph Blocher

  1. Marc sagt:

    it doesn’t take a parallel universe. in hyperbolical (and others) geometry and absence of the infamous 5th euclidian axiom (absolute geometry), a curved line is very well possible, altho it may look like a straight line when zoomed in indefinitely ;)
    good catch on the real subject nonetheless!

  2. Filip Zirin sagt:

    Leave a Reply? Gibts da noch was hinzuzufügen? Nur vielleicht eines: Der grosse Christoph und seine Partei leben schon viele Jahre nicht in der gleichen Glaxie wie z.B. ich und schätzungsweise 70 Prozent der Bevölkerung.

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