Unbeabsichtigte Konsequenzen eines Grexit: ein Chentry

Griechenland ist pleite. Die Banken machen dicht bis zum 7. Juli. Und auch danach ist ungewiss wie’s weitergeht. Der Grexit droht.

Für die Schweiz könnte das der erste Dominostein zu folgendem Szenario sein:

  • Nochmalige scharfe Aufwertung des Schweizer Franken um 10-15% wegen der Furcht um ein weiteres Ausbreiten der Eurokrise
  • Die Schweizer Wirtschaft kann unmöglich in einem Jahr eine Aufwertung um bis zu 30% (Schock im Januar, Grexit jetzt) verkraften
  • Es kommt zu schweren Verwerfungen hierzulande. Die Hotels ächzen jetzt schon; die Maschinenindustrie ebenfalls. Die Schweizer Wirtschaft wird bei einer nochmaligen Aufwertung schwersten Verwerfungen ausgesetzt
  • Eine nochmalige Aufwertung setzt die SNB unter Druck eine neue Untergrenze einzuführen.
  • Glaubwürdig kann die SNB das alleine nach der Aufgabe der Untergrenze im Januar nicht mehr tun.
  • Die einzige andere Möglichkeit die Anbindung an den Euro zu erreichen, ist die Übernahme des Euro
  • Und die einzige Möglichkeit den Euro zu übernehmen ist der Beitritt zur EU.
  • Das heisst der Grexit wird zur CH-Entry in die EU.

Sicher, passiert alles nicht gerade morgen; doch der erste Stein dieser Dominokette fällt soeben.

Über dselz

Husband, father, internet entrepreneur, founder, CEO, Squirro, Memonic, local.ch, Namics, rail aficionado, author, tbd...
Dieser Beitrag wurde unter Banks, DE, Politics, PracticalEconomics veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Unbeabsichtigte Konsequenzen eines Grexit: ein Chentry

  1. Lutz Palmgren sagt:

    Firmen produzieren und verkaufen ihre Produkte, Qualität ist dabei wichtig und dann natürlich der Preis. Ein Hotel in Österreich, fünf Sterne und selbiges drei Kilometer entfernt, auf der Schweizer Seite, nur für mehr Geld, wohin wendet sich der Reisegast, Inländer wie Ausländer? Der Koch bekommt auf der einen Seite 4000 Euro und kann damit seine Ausgaben decken, auf der anderen Seite braucht der Koch 6000 Franken, allerdings kommen nun noch weniger Touristen, da weniger Lebensmittel eingekauft werden, sinken die Rabatte der Händler …
    Der schweizer Koch muss also selbst mehr sparen und schaut, ob er nicht günstiger im nahen Ausland einkaufen kann …
    Und irgendwann geht er in Rente, die Bandscheiben melden sich und die Sozialsysteme müssen ihn auffangen.
    Es ist wahr, tatenlos zusehen, das es sehr angenehm ist zu erleben, wie begehrt die eigene Währung ist, andererseits die Auswirkungen mitzutragen, geht eine Weile und dann?

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.