Gegen alles sein ist einfacher als für etwas sein

Die SVP schwelgt in ihrem (relativen*) Wahlerfolg 2016 und ist wie immer gegen alles: EU, Ausländer, Steuern, Staat ohne je zu sagen für was sie genau ist. Gestern war wiedermal ein Highlight: Die SVP ist gegen die Schutzklauseln, für die sie im Sommer noch dafür war.

Es gibt keine SVP Einschätzung wie denn eine Schweiz aussieht, die nur 10-20 tausend Einwanderer pro Jahr zulässt. Unsere Sozialeinrichtungen (Spitäler, Pflegeheime, etc.), unsere Wirtschaft wären nicht mehr funktionsfähig – zu viele Arbeitnehmer würden schlicht fehlen. Zu merken bekommen dies die weniger gut Verdienenden – eine Stammklientel der SVP.

Anstatt die SVP zu zwingen, Farbe zu bekennen, wird in Sendungen wie der Arena vom politischen Gegner nur rumgeeiert. Der Unterschied ist eklatant. Hier Amstutz als SVP Exponent: Geschliffen, reduziert auf wenige gebetsmühlenartig wiederholte Argumente. Dort die andern. Sie haben immer noch nicht begriffen haben, dass es der SVP gar nicht um Kompromisse geht. Dazwischen ein Moderator der löblich bestrebt ist, auf jeder Seite echte Gesprächsbereitschaft auszumachen. Dabei haben wir längst US Verhältnisse.

Dabei wäre es nicht so schwierig: Man nehme die SVP Rezepte und appliziere sie für eine befristete Zeit / Ort. Das resultierende Desaster erledigt die Partei für lange Zeit.

 

___
* Die SVP ist ungefähr da wo sie vor acht Jahren schon mal war.

Über dselz

Husband, father, internet entrepreneur, founder, CEO, Squirro, Memonic, local.ch, Namics, rail aficionado, author, tbd...
Dieser Beitrag wurde unter DE, Politics veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Gegen alles sein ist einfacher als für etwas sein

  1. Lutz Palmgren sagt:

    Demokratie erfordert Verantwortung, zum Nutzen des Volkes, denn Demokratie war ja mal Volksherrschaft. Immer mehr junge Menschen klinken sich da aus, sehr viele andere Dinge sind interessanter, Geld, Partys, …, während um Europa der Terror tobt, um Europa?
    Die junge Generation steht in den Startlöchern, Nordamerika und Europa sind Wirtschaftsmächte, “Schwellenländer” stürmen nach vorn, ohne tatsächlich die gesamte Bevölkerung einzubeziehen und dann gibt es die Staaten, wo nur Rohstoffe zu holen wären oder gar nichts. Dort leben überall Milliarden von Menschen, junge Menschen mit Träumen, sie haben die gleichen Wünsche wie europäische oder amerikanische Jugendliche, nach schnellen teuren Autos, modernen klimatisierten Häusern, Sicherheit, der Möglichkeit Familien zu gründen.
    Unsere Kinder werden wahnsinnige Herausforderungen erleben, in einer Welt, die nicht nur klimatisch sich ändert. Warum sollten Millionen junger Menschen weltweit zusehen, wie einige ganz Wenige im irren Luxus schwelgen, auch wenn sie betonen, alles hart erarbeitet zu haben.
    Das interessiert niemanden, die jungen Menschen leben jetzt und heute, da braucht es Antworten, Perspektiven, Lösungen sofort.
    2, 4, 6, 20, 500 Millionen Menschen in Europa integrieren ist keine Lösung, kahle Steppenzonen zu bewässern, mag schön und nützlich sein, bringt aber kein Geld. Manch einer greift dann eben zu Waffe und holt sich, was er möchte?
    Was kam damals in Mitteleuropa nach den Raubrittern?
    Der wirtschaftliche Aufschwung, Perspektiven für die Menschen, die Menschen wollten und brauchten Sicherheit, um Wohlstand zu schaffen – Gesetze wurden durchgesetzt, Die Verantwortlichen übernahmen Verantwortung. Auch die Grafen begriffen, dass sie nur gut leben konnten, wenn es dem Volke gut ging – das neue Menschenbild, sich befreien aus mittelalterlichen Fesseln, Teile des Adels begriffen, dass sie vorangehen mußten und sie taten es. Wer es nicht begriff, wurde hinweggefegt.

Kommentare sind geschlossen.