Bisher habe ich unter dorian.freeflux.net meinen Blog betrieben. Ab sofort finden sich meine Gedankennotizen hier.
Previously I blogged at dorian.freeflux.net. As of now I am blogging here.
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Heute bin ich hier in Solothurn am De Vigier Sommerevent. Wir haben letztes Jahr den Preis gewonnen und Jean-Pierre Vuilleumier hat uns alle zu einem Alumni Event eingeladen. Im Austausch für ein tolles BBQ haben einige von uns einen kurzen Vortrag gehalten. Ich zum Thema, wie ich eine billige (IT) Infrastruktur für ein Startup aufbauen kann. (Meine Folien - pdf, 1.7MB). Anbei die Liste der Tools (nicht abschliessend), die wir bei Memonic einsetzen:
Company essentials
Client / User Relationships
Product development
Engineering
Platform operation
Danke für den Event, Jean-Pierre!
Es gibt einen guten Grund, weswegen ich die letzten paar Wochen hier auf dem Blog geschwiegen habe. Obwohl es eigentlich viel zu kommentieren gäbe:
Da war mal die frohe Nachricht, dass (der moderne) Geronimo endlich auf dem Weg zur Hölle ist. Weniger froh gestimmt, war in der folge ob all der vielen Expertenmeinungen. Selbst ernannte Experten wollten plötzlich alles genau wissen und den USA Tipps und Tricks mitgeben, als hätten sie das nicht schon 10 Jahre machen können... Das ganze war etwa so aufschlussreich wie Sex-Tipps von Mönchen, wie ein Freund meinte.
Darob ging fast der arabische Frühling vergessen, der, so will es der Lauf der Dinge, inzwischen auch schon die ersten welken Blätter zeigt. Revolutionen sind nie eine gradlinige und einfache Angelegenheit und der Weg zu einem gerechteren Staat (für wen genau, und wie misst man "gerecht") meist lang und holprig.
Lang und in Teilen auch holprig ist der Weg zur besten Knowledge Curation Lösung. Warum? Schlicht weil wir nicht einfach kopieren können. Ähnlich wie damals als wir local.ch erfanden. Damals gabs auch keine local search Lösungen, die einfach auf die Schweiz zu adaptieren waren. Die Verbindung von Online Kare und Adressen war 2004 / 2005 noch neu. Maps.Google gabs erst als Rudiment. Map.Search ebenso. Also mussten wir Grundlagenarbeit leisten.
Genau so ergeht es uns heute. In den letzten 12 Monaten haben wir viel gelernt, dank unseren NutzerInnen. Dieses Feedback haben wir ernst genommen. Das Resultat: Vor ein paar Tagen haben wir mit Memonic 2 die nächste Version live geschaltet und sind der Meinung, damit die beste Lösung "in town" zu haben. Das finden inzwischen auch eine ganze Reihe Nutzer:
"Eine kleine Liebeserklärung an memonic: Link Organizer, Web-Scanner und Online-Notizblock für einsame Online-Rechercheure und moderne Teams."
Also am besten gleich selbst ausprobieren.
Tipp: Ab Samstag kann man zusammen mit der ComputerBild in Deutschland Memonic zum Sonderpreis erwerben. Einfach am Kiosk vorbeigehen, oder online auf diese URL gehen.
In der NY Times vom Wochenende wurden graphisch die grössten Startup-Bewertungen aufgezeigt. Es scheint es sei es wieder 1999, sprich Hype.
Ein Beispiel habe ich mir genauer angeschaut. Henning Steier von der NZZ zitiert eine Studie von Shaomei Wu von der Cornell University wonach 20'000 Twitterer 50% des Twitter Verkehrs von 190 Millionen Mitgliedern ausmachen (Eigene Einschätzung: Ich gehöre nicht dazu).
Twitter will - so zumindest ihre Verlautbarungen - in Zukunft mit Werbung Geld verdienen. Für effektive Werbung im Internet zählen letztlich nur aktive Nutzer, denn Karteileichen klicken nie auf eine Werbung. Konkret wird sich das Werbeinteresse auf diese 20'000 Heavy-Twitterer konzentrieren.
Einfache - und zugegeben reduktionistische - Berechnung: Bei einer aktuell rumgebotenen Bewertung von $7.7 Mia. heisst das: 50% (Kernzielgruppe) von $7.7Mia. geteilt durch 20'000 aktive Nutzer ergibt $192'500. Diesen Betrag je durch Werbung zu refinanzieren ist nicht möglich.
Ergo ist Twitter (wie auch Facebook) je nur ein Bruchteil wert, oder im Moment ist Hype angesagt...
Letzten Mittwoch sind Keren und ich mit dem 7h15 Flug von Zürich nach London geflogen. Die Menschenmenge beim Gate liess auf eine volle Maschine schliessen. Alles "Suits", d.h. Herren im dunklen Anzug, wie immer (zu) wenige Damen, einige schon fleissig am telefonieren, andere am FT lesen. Ganz offensichtlich vorwiegend Bänkler auf dem Weg in die City. Die mitgehörten Gesprächsfetzen bestätigten das auch.
Um 6h50 wurde die Maschine zum Einsteigen aufgerufen.
Sofort drängeln alle direkt auf den die Gate Kontrolle zu. Nur, der Bus, der uns zum Flugzeug bringt, ist noch gar nicht da. D.h. die Leute müssen hinter der Ticketkontrolle in einem engen Geviert warten. Hindert sie alle nicht daran, sich in dieses Gehege zu drängeln. Herdentrieb eben.

Kein Wunder ist die Finanzbranche so volatil. Wenn alle immer wie in einer Herde den andern nachrennen, kann das ja nur zu Verwerfungen (nach unten und oben) führen. D.h. die nächste Krise kommt bestimmt.
Auf dem Weg ins Tessin höre ich das Echo der Zeit. Topthema: Libyen. Innerhalb von nur zwei Monaten hat sich der arabische Raum komplett verändert. Regime, die unverrückbar schienen, sind binnen Wochen weggefegt. Die alten Garden zwar noch nicht weg, aber eine breite Bevölkerung engagiert sich für ein neues Tunesien, ein neues Ägypten und hoffentlich bald schon ein neues Libyen.
Die Protestbewegung wird von ganz gewöhnlichen Menschen getragen. Keine bigotten Fanatiker und keine Radikalen. Stattdessen Leute, mit den gleichen Bedürfnissen wie nördlich vom Mittelmeer: Ein Leben in Freiheit, die Möglichkeit eine Familie mit anständiger Arbeit auch anständig durchbringen zu können und Perspektiven für die Kinder. Es ist das Streben nach einem freien, demokratischen und gerechten Staatswesen für alle.
Eine positive Entwicklung.
Wir sollten sie mit aller Kraft unterstützen. Ein Marshall Plan für Nordafrika tut Not. Eine grosszügige Geste auf lange Sicht angelegt, damit in den heute darbenden Nationen das feine Pflänzchen Demokratie gedeihen kann.