Agentic AI: Reden wir nur mit uns selber?

Ein Raum voller Gleichgesinnter fühlt sich schnell an wie ein Beweis, dass man „recht“ hat, doch genau dieses Gefühl kann schlicht Homophilie sein. Beispiele wie der Homebrew Computer Club und Long Term Capital Management zeigen: Überzeugung und Homogenität sagen nichts darüber aus, ob etwas trägt oder scheitert. Ob Vorsicht durch Erfahrung oder euphorische Gewissheit, beides kann sich von innen absolut stimmig anfühlen. Entscheidend ist nur, ob Menschen außerhalb des Raums bereit sind, dafür zu bezahlen.

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Vieles verdreht sich in sein Gegenteil – gut so.

UBS kritisiert die verschärften Schweizer Kapitalregeln, obwohl genau diese Regeln nach dem Credit-Suisse-Schock 2023 verhindern sollen, dass Steuerzahler erneut einspringen müssen. Zugleich wirkt Regulierung in der AI-Ära als Schutzwall: Sie erhöht die Markteintrittshürden und stärkt damit etablierte Player gegenüber neuen Herausforderern. Der Text zeigt ein wiederkehrendes Muster: Was in einer Phase als Konsens gilt, kann sich bei geänderten Zinsen, Technologie oder Spielregeln ins Gegenteil verkehren. Wer Wetter mit Klima verwechselt, hält plötzlich das vermeintlich Sichere für das größte Risiko.

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Bauchgefühl: Wann es trägt, und wann es dich täuscht

Zwei frühe Entscheidungen, bei local.ch die Karte ins Zentrum zu stellen und bei Squirro auf retrieval-augmentierte Modelle zu setzen, wurden erst Jahre später von außen bestätigt. Der Text macht klar, warum Pitch-Decks solche Wahrheiten nicht prüfen können, sie testen Argumente, nicht Realität. Verlässlich wird Intuition nur dort, wo die Umgebung halbwegs vorhersehbar ist und wo man über sehr viele Entscheidungen echtes Feedback bekommen hat. Außerhalb dieser Schleife fühlt sich Bauchgefühl genauso sicher an, ist aber oft kaum besser als Zufall.

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„Hast du kurz fünf Minuten?“ Die Arbeit, die nie im Kalender steht

Führung findet oft nicht in den Terminen statt, sondern in den spontanen „Hast du kurz fünf Minuten?“-Momenten, die den Tag prägen. Auch mit perfekter Assistenz bleiben Kalender trügerisch: Vieles passiert in kurzen Blöcken, dazwischen in Unterbrechungen und informellen Gesprächen. Diese Störungen kosten Fokus und Zeit, sind aber zugleich die Stellen, an denen Entscheidungen fallen, Risiken früh sichtbar werden und Beziehungen gerettet werden. Wenn sich dein Kalender leerer anfühlt als dein Tag, liegt die echte Arbeit genau in dieser Lücke.

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Wie wahr… Was man in der Grind-Phase wirklich tut

2012 habe ich einen Absatz von Chris Dixon über den Mythos des „Erfolgs über Nacht“ geteilt und nur „How true!“ darunter gesetzt, während ich selbst mitten in genau dieser Phase steckte. Heute weiß fast jeder, dass es Jahre dauert, doch die spannendere Frage ist, was in der Zwischenzeit passiert, wenn niemand zuschaut. Der Text nimmt die verbreitete Logik „Fake it till you make it“ in den Blick und kontrastiert sie mit dem oft unsichtbaren, langwierigen Aufbau echter Substanz. Und er erinnert daran, dass man von den meisten Geschichten nie wieder hört, weil die Realität die Fassade nicht einholt.

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Grau werden, Konzern oder nochmal neu starten?

Ein prägender Moment in einem Jurygespräch zeigt, warum erfolgreiche Gründerteams in klassischen Hierarchien oft als Risiko gelten, nicht als Gewinn. Der Text räumt mit zwei Erklärungen auf, warum Menschen wieder gründen: Weder reine Kompetenz noch der Kick erklären es zuverlässig. Stattdessen bleibt eine nüchterne Logik: Wer im Startup-Betriebssystem gelernt hat, schnell zu liefern und unbequem ehrlich zu sein, findet im Konzern selten eine echte Heimat. Und das Alter ist nicht das Problem, Daten sprechen eher für spätere Gründer.

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Unternehmenssoftware wird nicht mehr gebaut, sondern zusammengesetzt

Ein Teil der Enterprise-Software verändert sich grundlegend: Statt monatelanger Entwicklung wird sie zunehmend aus Bausteinen zusammengesetzt. Entscheidend ist die Trennung zwischen einem vertikalen GenAI-Layer für fachliches Urteil und einem horizontalen Workflow-Engine-Layer für Routing, Ausführung und Audit-Trail. Viele Agentic-AI-Projekte scheitern nicht an der Intelligenz, sondern an fehlender Nachvollziehbarkeit und Governance. Die zentrale Frage für CIOs und COOs lautet daher: Muss der nächste Prozess überhaupt noch gebaut werden, oder kann er aus Urteil plus Ausführung zusammengesetzt werden?

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Welche KI-Projekte überleben ohne Token-Subventionen?

Viele KI-Piloten wirken heute profitabel, weil ein Teil der Kosten indirekt subventioniert ist. Gleichzeitig fallen Tokenpreise zwar drastisch, aber agentische Workflows treiben den Verbrauch pro Aufgabe massiv nach oben – und damit die Rechnung. Überleben werden die Projekte, die an messbare Business-Outcomes gekoppelt sind und deren Kosten pro gelöstem Fall transparent sind. Der pragmatische Test: Business Case mit 3× heutigen Preisen neu rechnen und von Anbietern konsequent „Cost per Outcome“ statt „Cost per Seat“ verlangen.

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Der KI-Schalter: Warum Abhängigkeit jetzt zum Risiko wird

Ein einziger US-Regierungsakt hat Anthropic gezwungen, seine leistungsfähigsten Modelle weltweit ohne Vorwarnung abzuschalten – ausgelöst durch Exportregeln, die Zugang für Ausländer als „Export“ behandeln. Anders als in den Krypto-Kriegen lässt sich moderne KI tatsächlich kontrollieren, weil sie als zentral betriebener Dienst über Compute und Gewichte „widerrufbar“ ist. Der Fall trifft nicht nur Gegner, sondern auch Verbündete – und macht schlagartig sichtbar, wie verwundbar Europa durch externe Compute-Abhängigkeit ist. Die zentrale Botschaft für Unternehmen: Wer KI einkauft oder einbaut, muss Beschaffung und Betrieb so gestalten, dass der Tag eines erzwungenen Abschaltens nicht das eigene Geschäft stilllegt.

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KI wird zur Lizenzware: Warum Strom und Wasser alles ändern

Die öffentliche Debatte über KI kippt – nicht wegen Science-Fiction-Szenarien, sondern wegen Strom- und Wasserverbrauch von Rechenzentren. Weil diese Kosten messbar sind und auf Rechnungen auftauchen, entsteht politischer Druck, KI über Compute-Schwellen, Lizenzen und Verbrauchsgrenzen zu steuern. Der entscheidende Hebel ist nicht „Intelligenz“, sondern Energie, Wasser und Skalierung im täglichen Einsatz. Unternehmen sollten deshalb nicht nur prüfen, ob KI funktioniert, sondern ob sie deren Nutzung, Kosten und Entscheidungen belastbar nachweisen können.

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