Bruno Zuppiger wird nicht Bundesrat – Die aktuelle Verschwörungstheorie

Bruno Zuppiger ist leider Toast

Bruno Zuppiger, Bundesratskandidat der SVP, wird heute von der Weltwoche mit dem Vorwurf konfrontiert eine Erbschaft in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Erst unter Druck von rechtlichen Konsequenzen zahlte er aus.

Ist das Halali einmal eröffnet, geht’s munter weiter mit “neuen alten” Geschichten von Zickzack Zuppiger.

Erste Frage: war’s das schon war für Zuppiger? Antwort: Ja.

Zweite Frage: Warum lanciert die SVP nahe Zeitung Weltwoche diese Geschichte jetzt? Antwort: Unklar.

Hier eine mögliche Erklärung: Zuppiger wird von vielen in der SVP als zu wenig linientreu angesehen. Weswegen wird er auf Blocher’s Wunsch doch portiert? Die Ausgangslage nächsten Mittwoch ist einfach: FDP und SVP zusammen werden auf keinen Fall 4 Bundesratsmandate erhalten. Bleiben zwei Optionen wie schon dargelegt:

  • Variante 1 – 2 SVP Sitze – 1 FDP Sitz – 1 CVP Sitz – 1 BDP Sitz – 2 SP Sitze
  • Variante 2 – 1 SVP Sitz – 2 FDP Sitze – 1 CVP Sitz – 1 BDP Sitz – 2 SP Sitze

Der Parteileitung um Stratege ist mittlerweile aufgegangen, dass die einzige Möglichkeit zwei Sitze zu erhalten nur auf Kosten der FDP und insbesondere auf Kosten von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann funktionieren kann.

Die Übernahme des Wirtschaftsministeriums in diesen schwierigen Zeiten ist kein Stimmengewinner.

Was tun? Einen wie Zuppiger vorschicken, der bisher über die Parteigrenzen hinweg als wählbar galt. Ihn aber kurz vor der Wahl unmöglich machen. Nach der verpatzten Wahl laut auf die andern zeigen und ihnen vorwerfen, dass sie Konkordanz (Lesart SVP heisst das einfach zwei Sitze für die SVP, Rest egal) gebrochen haben. Weiterhin das Doppelspiel von Opposition und Regierungsverantwortung (Ueli der Knecht Maurer ist ja noch Bundesrat) spielen und hoffen in vier Jahren wieder mehr Stimmen zu machen und sich dann an den übrigen Parteien rächen zu können.

Und warum die Weltwoche als Publikationsorgan und insbesondere Engeler als Journalist für die Geschichte? Weil die Weltwoche für die reine Lehre eintritt und es enge Verknüpfungen zwischen der Partei und der Redaktion gibt.

Update: Weitere Möglichkeit. Der Skandal wurde von der FDP lanciert, um ihre zwei Sitze zu sichern.

 

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2 Antworten auf Bruno Zuppiger wird nicht Bundesrat – Die aktuelle Verschwörungstheorie

  1. Cyrill Schmid sagt:

    Hui!
    Eine recht risikoreiche Strategie, wenn das so wäre. Intern brodelt es doch da gewaltig. Mit SVP-Regierungsrat Heinz Tännler aus Zug hätte es mindestens noch ein anderer Kandidat gegeben… aber die Karten lagen ja offensichtlich nicht auf dem Tisch.

    Aber ich denke auch, die wollen gar nicht Konkordanz. Sie wollen “Wildwest”.

  2. Isabell sagt:

    Leute die Ihn eindeutig besser kannten als er Rest der Schweiz, kamen wohl zur Überzeugung, dass einer mit dem Leistungsausweis wie Zuppiger ihn hat, nicht gewählt werden darf.
    Sozusagen, Schadensbegrenzung.

    Wäre er gewählt worden, der Schaden für die SVP wäre absehbar grösser gewesen.

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